Der Künstler Thomas Preibisch

Vielen von Ihnen wird Thomas Preibisch ohnehin ein Begriff sein. Seit Jahren begeistert und bereichert er die Kulturszene der Dresdener Neustadt als Sänger, Liedermacher, Autor, Moderator sowie als Regisseur von Musicals und Kurzfilmen. Seine Kreativität findet – und das wissen die wenigstens – aber auch seit mehr als zwanzig Jahren Ausdruck in grafischen Arbeiten. In diesem Zeitraum hat er, wie die Austellung „Kartoffeldrucke von Thomas Preibisch“ bewiesen hat, die Technik des Drucks mit der organischen Knolle zur Perfektion gebracht.

Kartoffeldruckkünstler Thomas Preibisch

Der Künstler Thomas Preibisch

Preibisch selbst führt sein künstlerisches Schaffen auf sein 25. Lebensjahr zurück. Genau kann er sich nicht festlegen. Nachgefragt gibt er zu verstehen, dass es sogar ein Donnerstag hätte sein können. Das vielseitige Talent wandelt bei der Verwirklichung seines künstlerischen Anspruches auf den unterschiedlichsten Pfaden. In seinen Werken ist deutlich diese Vielseitigkeit und der Einfluss eines inspirationsreichen Lebens zu spüren. Dabei stehen für ihn Glück und Freude an seiner Arbeit und der Betrachtung seiner Werke an forderster Stelle. „Wenn ein Betrachter vor einem Kartoffeldruck steht und lächelt, dann ist erreicht, was ich wollte.“ Dass der Künstler sich und seine Werke dabei selbst nicht zu ernst nimmt, macht ihn umso sympathischer.
„Und heute sage ich zu meinen Beispielen, die mittlerweile recht zahlreich sind: „Kunstwerk“, was mich zum „Künstler“ macht. Das klingt toll und wenn die lästige Frage nach dem Beruflichen gestellt wird, sage ich einfach, „Ich bin Künstler“, und die Leute bekommen Angst weiterzufragen.“

In logischer Konsequenz kann man Thomas Preibisch als Vertreter der „Neuen Dresdner Moderne“ bezeichnen. Er selbst und seine Drucke stehen für ein freundliches, modernes, eben symphatisches Dresden. Damit repräsentiert er das Gegenteil dessen, was gemeinhin mit „moderner Kunst“, der Provokation und dem Spiel mit Hässlichkeit und Kommerz, verbunden wird.

In seiner Serie von Kartoffeldrucken gelingt es dem Künstler Thomas Preibisch bekannte Dresdner Sehenswürdigkeiten wie Frauenkirche und Goldener Reiter farbenfroh, optimistisch und lebendig auf das Papier zu bannen. Hier stehen sich scheinbar die Technik des Kartoffeldrucks und barocke Motive diametral gegenüber. Gerade durch diese symbolische Spannung, die Kraft der Farben und Simplifizierung durch das organische Material, entmystifiziert Preibisch das Reiterstandbild und rückt den Sakralbau auf irdische Festen.

Dass die Kartoffel in den Händen von Thomas Preibisch aber nicht nur Starres lebendig machen kann, sondern auch das Lebendigste auszudrücken vermag, zeigt die Reihe über eine weitere Dresdner Sehenswürdigkeit – der Dresdnerin. Unter dem Titel „Kartoffeldruck meets nackich“ entstanden farbenfrohe Akte von bezaubernder Schönheit.